Cybermobbing Opfer – Die Bloßstellung im Netz


Ein Wort zu viel geschrieben, ein Video zu schnell gepostet, ein Kommentar zu früh abgeschickt – schon bist du Opfer von Cybermobbing und wirst mit einem Shitstorm von Kommentaren über dein dämliches Video oder deinen peinlichen Eintrag überschwemmt. Kinder und Jugendliche sind grausam. Was früher im Klassenzimmer stattfand, geht heute im Internet endlos weiter.  Lästern, Dissen, Fertigmachen. Wie kann man sich wehren und was muss man über Cybermobbing wissen?

Fünf Fragen und Antworten zum Thema Cybermobbing

Cybermobbing wird unterschätzt. Laut einer aktuellen BITKOM-Studie wurde jeder siebte Jugendliche zwischen 10 bis 18 Jahren schon einmal im Internet gemobbt. Seit 2009 klärt die von den Verlagen von Das Telefonbuch ins Leben gerufene Initiative Ich im Netz Jugendliche und junge Erwachsene über die neusten Möglichkeiten sowie Risiken und Gefahren des Internets und insbesondere der Sozialen Medien auf. Unter dem Motto „Dein ‚Ich im Netz‘ ist wichtig. Darauf solltest du achten!“ werden hilfreiche Tipps zur Selbstdarstellung im Web gegeben und aktuelle Themen aus den Bereichen Internet und Karriere, Plattformen, Tools, mobile Gadgets und Internetrecht aufgegriffen und diskutiert.

„Ich im Netz“ fragt beim Experten Gregory Grund  zum Thema Cybermobbing nach.

Was genau ist Cybermobbing?

Cybermobbing umfasst jegliche Belästigungen, Bloßstellungen oder Bedrohungen im digitalen Raum – egal, ob diese in sozialen Netzwerken wie Facebook, über Whats-App oder per E-Mail stattfinden. Die Gründe fürs Cybermobbing sind unterschiedlich: Teils passiert es aufgrund fehlender Empathie oder großer Naivität als eine Art Streich. Studien deuten auch an, dass Aktive ihr Selbstwertgefühl erhöhen oder sogar eigene Diskriminierungserfahrungen weitergeben wollen, so Grund.

Welche Folgen hat Cybermobbing für die Opfer?

Die Opfer sehen sich häufig einem enormen Stress ausgesetzt oder fühlen sich sozial isoliert: Dominierende Gefühle sind Trauer, Scham, Angst und Panik, so Grund. Zudem haben Gemobbte oft mit psychischen Problemen zu kämpfen. Beachtet werden muss allerdings, dass nicht immer eindeutig zwischen ‚Täter‘ und ‚Opfer‘ getrennt werden kann. Zum Beispiel, wenn sich die Wut in Gegenaggression wandel

Was können die Oper tun? Wo finden sie Hilfe?

Wirkungsvolle Gegenmaßnahmen zu finden, ist beim Cybermobbing schwierig, vor allem, wenn es die Opfer alleine versuchen, erläutert
Grund gegenüber Ich im Netz. Wichtig sei es dagegen, früh bei Angehörigen, Freunden, Lehrern oder Initiativen wie www.juuuport.de um Unterstützung zu bitten. In dramatischen Fällen, wie bei Bloßstellungen mit sexualisierten Inhalten, kann sogar die Polizei eingeschaltet werden. Wichtig ist es hier, rechtzeitig Beweise zu sammeln.

Mit welchen Konsequenzen müssen die Täter rechnen?

In Deutschland ist Cybermobbing bislang kein eigener Straftatbestand. Allerdings ist es in der Regel mit dem Brechen mehrerer Gesetze verbunden, sagt Grund. So regeln §185 und §187 StGB etwa die Tatbestände Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung. Für Stalking bzw. Nachstellung sieht §238 StGB sogar bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe vor.

Kann man Cybermobbing vorbeugen?

Vorsorge ist auf jeden Fall besser als Nachsorge. Mit absoluter Sicherheit kann man Cybermobbing nicht vorbeugen, tendenziell jedoch schonso Grund. Cybermobbing komme gerade in Gruppen vor, in denen es nur einen schwachen Zusammenhalt und wenig gemeinsame Identifikation gibt. Eine Kultur der gegenseitigen Unterstützung ist hier die beste Prävention. Gleichzeitig sollte man darauf achten, seine Passwörter nicht weiter zu geben und sparsam mit eigenen Fotos und Informationen im Netz zu sein.

 


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Caterina

Caterina

Caterina ist freie Autorin und hat in Köln Geschichte, Romanistik, Politik und Soziologie studiert. Neben der Leidenschaft für spannende Geschichten, interessante Persönlichkeiten und gesellschaftliche Phänomene, liebt sie das Reisen und Eintauchen in Kulturen und Lebenswelten.